Verschwitzt und eingeschneit: Yoga Conference in Österreich
Nahezu doppelt so viele Teilnehmer wie im vergangenen Jahr, ein Line-up mit international bekannten Lehrern wie Twee Merrigan oder Jordan Bloom und die räumliche Erweiterung zeigen den Erfolg der zweiten Yoga Conference Österreich am vergangenen Wochenende in Wels. Was sich Petra Werner (Fokus Leben) und Young-Ho Kim (Inside Yoga) ursprünglich als „Schnapsidee“ irgendwo am Meer zusammen träumten, etabliert sich als feste Größe.
Dicke Schneeflocken schneiten den Welser Turnhallen-Komplex am letzten Wochenende ein, während sich rund 320 Teilnehmer in Workshops, von Vorträgen und durch die Community inspirieren und die Fensterscheiben beschlagen ließen. Twee Merrigan und Jordan Bloom waren die Top-Acts. Ein weiterer Headliner fehlte: Patrick Broome musste wegen Krankheit kurzfristig aus dem Programm gestrichen werden.
Inmitten von Flow-, Anusara-, Intensive-, Tri- oder Chi-Yoga bekam eine neue Art von Vinyasa Yoga besonders viel Aufmerksamkeit: Inside Flow, entwickelt von Young-Ho Kim. Die Teilnehmer der Inside Flow Session erlebten eine intensive Stunde, in der die Choreografie einer fließenden Asana-Abfolge einstudiert wurde – begleitet von Live-Gitarrenmusik. Kims Anliegen „den Körper als Sprachrohr des Herzens zu nutzen“, konnten die Teilnehmer während der abschließenden Yoga-Performance zu „Guru Swami Alicia Keys“ laut aufgedrehten „Like you'll never see me again“ voller Hingabe ausleben. Selbst Twee Merrigan zog im parallel stattfindenden „Rock on Hanuman“ Workshop, eine spielerische Hinführung zu Splits und zum Handstand, weit weniger Schüler an.
Direkt aus dem Fitnesstudio importiert war dagegen „Body Art“ mit dem Muskel bepackten und höchst sympatischen Robert Steinbacher. Als Mischung aus Fitnesselementen, Asanas und Übungen aus der Physiotherapie ist dieses „Trainingsprinzip“ angelegt, das auf den ersten Blick mehr gewollt als gekonnt in den Yogakontext passt. „Ich habe oftmals das Gefühl, dass die Yogis in ihrer eigenen Welt leben. Mit Robert wollte ich bewusst Grenzen brechen. Unglaublich viele Menschen kommen über den Fitnessaspekt zum Yoga. Warum auch nicht?“ kommentiert Young-Ho Kim, der das Line-Up zusammenstellte, seine Wahl. Zur Yoga-Szene in Österreich befragt, antwortet Mitveranstalterin Petra Werner: „Eine Community wie in Deutschland gibt es zwar noch nicht, aber ich sehe sehr großes Potenzial. Die Yogis hier sind unheimlich dankbar für Veranstaltungen wie die Yoga Conference und nehmen jede Gelegenheit war zu wachsen.“ Dass 70 Prozent der Teilnehmer aus Deutschland angereist sind, führt Werner überdies auf die attraktiven Preise zurück. Eine zwei-Tages-Earlybird-Ticket ist bereits für 160 Euro zu haben. „Außerdem bietet unser Programm überwiegend deutsprachige Lehrer wie etwa Christiane Wolff, Barbra Noh oder Lucia Nirmala-Schmidt, was viele Yogis angenehmer empfinden als Englisch dominierte Workshops, bei denen sie nur die Hälfte verstehen“, ergänzt Young-Ho Kim. Pluspunkte hat auf jeden Fall noch die Location verdient, die von zwei auf vier (Tages-)lichtdurchflutete Räume aufgestockt wurde und eine echte Alternative zu Conference typischen Hotelsälen darstellt.
Monique Opetz arbeitet als Redakteurin für das Yoga Journal

Jordan Bloom im großen Saal der zweiten Yoga Conference Östereich. © Fokus Leben (2)
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Wer dieses Jahr nicht dabei sein konnte, kann sich schon den Termin für 2011 vormerken: 4. bis 6. Februar
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