Türkische Religionswächter gegen Yoga

Yoga wird auch in der Türkei immer populärer. Das hat im Mai das staatliche Amt für Religion auf den Plan gerufen. In seiner Monatszeitschrift warnt es vor Yoga als eine „neue Glaubensrichtung“ auf der Grundlage fernöstlicher Religionen.

Die „Meditations- und Entspannungstechniken“ seien Ausdruck der Einsamkeit moderner Menschen, begründen die Religionswächter ihre Kritik. Sie verglichen Yogalehrer und die Vertreter westlicher Entspannungstechniken mit Missionaren, ein unter Türken sehr negativ besetzter Begriff. Yogalehrer wiesen die Kritik zurück. Sie argumentierten, Yoga habe nichts mit Religion zu tun und vertrage sich gut mit dem Islam. Yoga wird nicht zum ersten Mal in einem islamischen Staat als Bedrohung wahrgenommen. Im November vergangenen Jahres verbat der Fatwa-Rat von Malaysia den einheimischen Moslems, Yoga zu praktizieren. Grund: Die spirituellen Wurzeln des Yoga seien hinduistisch, das zerstöre den islamischen Glauben. Vorbild für das Verbot war eine ähnliche Maßnahme 2004 in Ägypten. Damals wurde Yoga eine verwirrende Wirkung unterstellt.