Shitali

Shitali bedeutet kalt. Dieses Pranayama kühlt Mund und Kehle, indem der Übende die Luft entweder durch die gerollte Zunge oder durch die Zähne einzieht.

Technik: Einen aufrechten Sitz einnehmen. Der Scheitel zieht nach oben, Schulterspitzen fließen nach unten. Die Handrücken liegen auf den Knien, Daumen und Zeigefinger zum Jnana-Mudra geformt. Mund öffnen und mit den Lippen zu einem O formen. Zunge einrollen wie ein frisch eingerolltes Blatt. Gerollte Zunge durch die Lippen herausstrecken. Luft durch die gerollte Zunge mit einem Zischlaut einziehen bis die Lungen gefüllt sind. Nach der tiefen Einatmung die Zunge wieder einziehen und Mund schließen.

Die Fähigkeit, die Zunge zu einer Röhe zu rollen, ist erblich – sie nicht rollen zu können, ist kein Defekt! In diesem Falle entsteht ein vergleichbarer Effekt, wenn der Übende seine  Schneidezähne leicht aufeinander setzt und die Zungenspitze hinter den entstehenden Spalt hält. Der Einatmem zieht über die Oberseite der Zungenspitze und kühlt diese ebenso.

Nach der Einatmung den Kopf vom Nacken bis zum Rumpf senken. Kinn Richtung Schlüsselbein für Jalandhara-Bhanda senken. Atem für etwa fünf Sekunden anhalten und Mula-Bhanda aktivieren. Langsam mit einem Hauchlaut durch die Nase ausatmen, wie in Ujjayi. Langsam den Kopf heben, parallel die gerollte Zunge durch die Lippen herausstrecken und den nächsten Zyklus beginnen. Es wird empfohlen, Shitali Pranayama für fünf bis zehn Minuten zu üben und sich im Anschluss in Savasana zu legen.

Wirkungen: Dieses Pranayama kühlt den Organismus und beruhigt Augen und Ohren.

 

Zum Thema

Weiterführende Literatur:

B.K.S. Iyengar, Licht auf Yoga
B.K.S. Iyengar, Licht auf Pranayama
T.K.V. Desikachar, Yoga – Tradition und Erfahrung

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