Praxis: Meeresrauschen-Atem mit Max Strom

Fünf Minuten für Atemübungen jeden Morgen, fünf jeden Abend – das genüge, um Köper und Geist zu beleben und zu heilen, sagt Max Strom und empfiehlt hierfür die Meeresrauschen-Atmung. Er zeigt yogaservice-Lesern, wie leicht sich die Übung in den Alltag integrieren lässt.

Der Meeresrauschen-Atem gehört zu den wichtigsten Übungen im Yoga und ist der westliche Name für "Ujjayi-Pranayama". Der Fokus der Übung liegt auf der Ausdehnung der Brust. Den Brustbereich zu öffnen und zu weiten gehört zu den größten Herausforderungen in der Praxis, sagt Max Strom. In seiner Mail an die yogaservice-Redaktion relativiert er den den häufigen Eindruck, dass vor allem Hüften und hintere Oberschenkelmuskulatur steif seien. Bei vielen Menschen sei die Herz-Region – zumindest auf energetischer Ebene – viel fester. Damit meint er allerdings keine muskuläre, sondern eine emotionale Festigkeit. "In dieser Region befinden sich unsere Gefühle und Erinnerungen", sagt Max. "Dort leiden wir, wenn wir traurig sind. Das ist der Bereich, den wir beschützen. Der obere Rumpf heiße lateinisch "Thorax", was übersetzt Bezug zu dem Wort "Schutzschild" hätte. Weiterhin sei unser Wortschatz gefüllt mit Metaphern, die Emotionen Brustregion beziehen: "Sie brach mit das Herz." Oder: "Er ist mir in den Rücken gefallen". Deshalb ist es für Max Strom so wichtig, vor allem in dieser Körperregion zu arbeiten. "An die Chinesische Medizin angelehnt sammeln sich Trauer und Inspiration gleichermaßen in der Lunge", schreibt er. "So kann es passieren, dass wir durch eine Pranyama Praxis wie etwa den Meeresrauschen-Atem die Lungen öffnen und Traurigkeit freilassen. Traurigkeit löst sich auf und wird von Inspiration und Freude ersetzt. Tiefer Meeresrauschen-Atem öffnet die Lungen und die Herzregion und hilft, Kummer zu verarbeiten. Auch Gedankenstürme und das Nervensystem lassen sich so beruhigen."

 

Die Meeresrauschen-Atmung nach Max Strom

Stelle deine Füße drei bis vier Fuß breit auseinander. (Optional kannst Du Dich auch auf die Vorderkante eines Stuhls setzen).

Knie leicht gebeugt.

Hände vor dem Herzen zusammenführen, Ellenbogen leicht gebeugt, Schultern entspannt.

Knie leicht beugen, Wirbelsäule lang aufrichten, Scheitel strebt zum Himmel.

Anfänger beginnen durch einen leicht geöffneten Mund ein- und auszuatmen, Fortgeschrittene können direkt mit geschlossenen Mund beginnen

 

EINATMEN und parallel die Arme wie Flügel über die Seite öffnen und auf Schulterhöhe halten.

AUSATMEN als ob man einen Spiegel anhaucht; parallel die Hände wieder zurück vor das Herz führen.

Die Ein- und Ausatmung hörbar ausdehnen (so laut etwa, dass es jemand hören könnte, der einen Meter entfernt steht).

Anfänger schließen nach etwa fünf Runden den Mund und atmen nur noch durch die Nase ein und aus, der Kiefer bleibt entspannt.

Gleichmäßig weiter fortführen, der Fokus des Atems liegt immer noch im unteren Kehlbereich, nahe der Schlüsselbeine.

Auch wenn der Atem durch den geschlossenen Mund vielleicht ein bisschen leiser ist, sollte er noch immer an das Meer erinnern.