Asana des Monats: Parivritta-Utthita-Hastha-Padangushthasana

Balanceübung sind sehr ehrlich: Schweifen die Gedanken dabei ab, statt beim Körper zu sein, fällt der Yogi um. Soll eine Haltung wie jene mit dem langen Namen Parivritta Utthita Hastha Padangushthasana gelingen, müssen Körper und Geist zusammenarbeiten. Das gilt für alle Übungen. Die Empfindungen sind hierbei der Schlüssel, wie Yogalehrer Detlev Alexander erläutert.

Yoga ist Meditation. Jede Praxis, bei der man Achtsamkeit kultiviert, wird gewissermaßen zur Meditation. In der Yogapraxis geht es darum, immer wieder aufs Neue in den jeweiligen Moment zurückzukehren und uns mit ihm zu verbinden. Die Basis, das Objekt, zu welchem wir zurückkommen, ist unser Atem oder es sind unsere Körperempfindungen. 

Empfindungen in unserem Körper und Geist sind etwas ganz Reines und Ursprüngliches und beziehen sich auf alles, was wir durch unsere Sinne – einschließlich unseres Geistes – aufnehmen. Zu solchen Empfindungen kann beispielsweise das Gefühl von Druck oder Temperatur an den Körperstellen gehören, die den Boden berühren. Es kann sein, dass wir ein Pulsieren, Ziehen, Pochen oder einen sanften Lufthauch, der unsere Haut berührt, fühlen. 

Empfindungen und Gefühle nehmen in unserer Praxis eine prägnante Stellung ein. Wenn wir die Achtsamkeit verlieren, werden aus den Empfindungen schnell Gemütsstimmungen sowie Emotionen. Aus Ablehnung wird Aggression. Aus Festhalten wird Gier. Aus Neutralem entspringt Langeweile. Das Problem kann darin liegen, dass wir zu Sklaven dieses Prozesses werden. Die Empfindungen können hierbei als eine „Schnittstelle“ dienen um unnötiges Leiden zu vermeiden.

Während wir die kommenden und wieder verschwindenden Empfindungen in unserem Körper einfach nur betrachten, ohne etwas verändern oder loswerden zu wollen, kann der Atem unsere bewusste Achtsamkeit unterstützen und uns so „auf dem Kurs halten“.

Viel Glück!

Detlev Alexander

Offizieller Medienpartner