Nadi Sodhana

Nadi (sanskrit) ist der Anatomie des Hatha-Yoga und des Tantra zufolge ein röhrenförmiges Organ im Körper, ähnlich einer Arterie oder eines Nervs, durch das Prana, die Lebensenergie, fließt. Shodhana (sansrkit) bedeutet reinigen, säubern. Der Zweck von Nadi-Shodhana-Pranayama ist die Reinigung der Nerven.

Praxis: Einen aufrechten Sitz einnehmen. Die Rückseite des linken Handgelenks liegt auf dem linken Knie. Die Hand formt das Jnana-Mudra. Rechten Arm beugen. Zeige- und Mittelfinger zur Handfläche hin biegen und ruhig halten. Ring- und kleinen Finger zum Daumen führen. Die offenen Finger jeweils an eine Seite der Nase führen, gerade unterhalb des Nasenbeins. Durch den Druck des Ring- und kleinen Fingers die linke Seite der Nase verschließen. Die Lungen vollkommen durch das rechte Nasenloch leeren. Die Öffnung des rechten Nasenlochs mit der Innenseite des rechten Daumens kontrollieren, unterhalb des Nagels. Lungen bis zum Rand füllen, linke Seite geschlossen halten. Nach einer vollständigen Einatmung das rechte Nasenloch vollständig verschließen mit dem Druck des Daumens. Den Druck von Ring- und kleinem Finger auf das linke Nasenloch freigeben. Langsam tief und stetig über das linke Nasenloch ausatmen. Parallel das rechte Nasenloch geschlossen halten. Durch das linke Atemloch langsam, stetig und tief einatmen. Die Seite wechseln, in dem durch das rechte Nasenloch voll und lang ausgeatmet wird. Acht bis zehn Zyklen ausführen.

Wirkungen: Das Blut empfängt Nadi-Sodhana eine größere Zufuhr an Sauerstoff als beim normalen Atem, so dass man sich erfrischt fühlt. Die Nerven werden beruhigt und gereinigt;  die Gedanken still und klar.

 

Zum Thema

Weiterführende Literatur:

B.K.S. Iyengar, Licht auf Yoga
B.K.S. Iyengar, Licht auf Pranayama
T.K.V. Desikachar, Yoga – Tradition und Erfahrung

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