Kriya

Kriya, f., sanskrit für Handlung oder Aussage, bezeichnet im Unterschied zum Asana (Haltung) einen Prozess. So nennt B.K.S. Iyengar Nauli, die Massage der Organe mit den Bauchmuskeln, als Beispiel für ein Kriya.

Im Hatha-Yoga versteht unter Kriyas Reinigungstechniken wie die Nasenspülung (Jala-Neti), die Säuberung des Rachenraums mit einem Faden, der durch das Nasenloch eingefädelt und zum Mund wieder herausgezogen wird (Sutra-Neti) oder des Magens mit einem Schal, der geschluckt und wieder hochgezogen wird (Hrit Dhauti). Dazu gehören auch die Feueratmung (Kapalabhati), die Zungenreinigung mit Schaber sowie der starre Blick in die Kerze, um per Tränenfluss die Augen zu spülen (Tratak). Sechs der Übungen führt bereits die mittelalterliche Schrift Hatha Yoga Pradipika als Sat-Kriyas auf. Im Kundalini-Yoga sind Kriyas dagegen die Übungsreihen, die der Gründer dieses Stils Yogi Bhajan festgelegt hat. Im TriYoga heißt eine Asana Kriya, wenn sie nicht gehalten, sondern dynamisch ausgeführt wird.

Kriya-Yoga als Stil schufen Sri Yogananda (Autor der „Autobiographie eines Yogi“) und dessen, teils mythische Meister sowie Swami Satyananda Saraswati und dessen Anhänger. Beiden halten ihre Techniken geheim, ihre Schüler werden darin „initiiert“. Die Techniken gehen weit über das hinaus, was Patanjali als Teil des Raja-Yoga im Yogasutra einführt. Kriya-Yoga beschreibt hier die erfolgsversprechende Einstellung auf dem Yogaweg als Dreiklang aus Tapa (Diszplin), Svadhyaya (Selbststudium) und Ishvara Pranidhana (Hingabe an ein höheres Ziel).

 

Zum Thema

Weiterführende Literatur:
Anna Trökes, „Das grosse Yogabuch
Eckard Wolz-Gottwald, „Yoga-Philosophie-Atlas“,
B.K.S. Iyengar, „Licht auf Yoga“,
Hartmut Weiß, „Die Quellen des Yoga“,
Georg Feuerstein, „Die Yoga-Tradition

Weitere Lexikoneinträge auf yogaservice.de