Jivamukti: Umgang mit Angst ist Fokus des Monats

Angst behindert uns bei unserer Entfaltung. Yoga kann dieses beunruhigende Gefühl auslösen – und uns so helfen, damit umzugehen. Dieser Grundgedanke bildet den Fokus des Monats Mai in der Jivamukti-Community. Petra Schönenberg fasst die Überlegungen für yogaservice.de zusammen.

Die Gedanken zum aktuellen Fokus of the Month ließen die Jivamukti-Gründer diesmal die kalifornische Yogalehrerin Giselle Mari aufschreiben, die in ihren Stunden Yin-Yoga mit der Jivamukti-Methode verbindet. Sie stellt ihren Gedanken wiederum ein Zitat der Autorin und Aktivistin Marianne Williamson voraus: „Es ist die Angst, die uns davon abhält, zu unserer vollen Größe zu erwachen. Es ist die Angst, die uns davon abhält, zu strahlen und so andere zu inspirieren, es uns gleich zu tun. Wenn wir uns von Angst befreien, wird unsere Ausstrahlung automatisch andere Menschen befreien.“

Mari führt aus, dass Angst auf unseren Vorstellungen und dem Karma aus unserer Vergangenheit beruhe. Daraus entstehe die Möglichkeit, diese Eindrücke (Samskaras) durch Yogapraktiken aufzulösen. In der Meditation können wir die Ursprünge der Angst enthüllen. Sie lasse uns erkennen, dass Liebe im Gegensatz zur Angst der Schlüssel zu einem angstfreien Leben sei. In der Asana-Praxis könnten wir in Haltungen, die Angst auslösten oder in denen Muskelregionen gearbeitet würden, die für Angstreflexe zuständig seien, diesem beunruhigenden Gefühl begegnen und Widerstände auflösen.

Pranayama (Atemübungen) schenke uns die Möglichkeit, Geist und Nervensystem zu beruhigen und den Stirnlappen, das Befehlszentrum unserer Gefühle und unserer Persönlichkeit, zu stimulieren. Letztendlich helfe auch eine vegetarische Diät, Ängste abzubauen, da Angsthormone, die im Tier beim Schlachten freigesetzt werden, durch den Fleischkonsum mit jedem Bissen in unser System gelangten, so die Jivamukti-Schülerin.

Alle Praktiken zusammen sollen helfen, sich mit Ängsten vertraut zu machen und Mut zu entwickeln, um Veränderungen anzugehen. Dadurch können wir erkennen, dass Angst ein mentales Konstrukt sei. Erkenne man dieses Konstrukt, könne es uns nicht länger beherrschen. Dann gelinge uns eine zuverlässige, freudvolle und angstfreie Verbindung zur Erde.

Petra Schönenberg