Jivamukti: Isis ist Fokus des Monats

Im Yoga geht es darum, freundlich, gut und in Verbindung mit der Erde zu stehen. Je mehr wir diese Gedanken etablieren, desto mehr wird uns die Erde unterstützen und Kraft geben. Diese Kraft ist die Voraussetzung für die Befreiung der Seele – so gelesen im Fokus des Monats April bei Jivamukti Yoga.

Die Gründer beziehen sich für den Fokus des Monats April auf ihr eigenes Buch „Practices for Liberating Body and Soul, Jivamukti Yoga". Dort steht auf den Seiten 110 und folgende, dass die Asana-Praxis „Seat of Isis“ – der Sitz der Isis“ – den Bogen von der Erde zum Göttlichen schlage.

In der ägyptischen Mythologie steht die Göttin Isis sinnbildlich für Perfektionierung – die Himmlische Mutter der Götter. Sie wurde von den alten Ägyptern aufgrund ihrer Verbundenheit zur Erde verehrt. Die ihr eigene Hieroglyphe ähnelt einem Stuhl. Und der phonetisch zugeordnete Klang ist das „st“, welches Stabilität repräsentiert.

Auch der von Sharon Gannon verehrte spirituelle Lehrer Ram Das verwendete schon in den 70er Jahren auf dem Titel seines Klassikers „Be Here Now“ einen Stuhl, um darzustellen, dass Yoga mehr als eine körperliche Übung ist.

Der Ursprung jeder Asana sei die Verbindung zur Erde, schreibt die Autorin. Wenn die Verbindung zur Erde stabil sei, erführen Körper und Geist Leichtigkeit. Asana-Praxis könne die Begrenzungen des Körpers überwinden und subtilere körperliche Formen erkennen lassen. Asana-Praxis heisse demnach also, die eigene Beziehung zu allem Weltlichen – der Erde  – und allen Lebewesen zu vervollkommnen. Asana-Praxis bedeute, die Göttliche Mutter zu verehren.

Die Göttin/Mutter Erde werde jene unterstützen, die nicht gierig seien. Sie werde den Grund bereiten, uns von altem Karma zu befreien und vom Leiden zur Erleuchtung beziehungsweise zur Befreiung zur finden. Dabei sei Selbstlosigkeit der Schlüssel, glücklich zu sein. Es ist der Schlüssel zu einer gelungenen Asana-Praxis und zum Erreichen des Zustandes des Yoga. Es sei der Weg des „Jivanmukta“, des befreiten Seins. Ein Yogi wandele in Frieden auf der Erde – jeden Tag, jede Erfahrung willkommen heißend und als Chance begreifend, mehr zurück zu geben als man erhalten hat.

In der erwähnten Asana-Praxis balanciert man erst auf einem Bein, dann auf Zehenspitzen auf beiden Beinen, um von dort – weiter auf Zehenspitzen – mehrmals in die Hocke zu gehen. Abschließend wird wieder auf einem Bein balanciert.

Petra Schönenberg 

Artikelbild: Isis mit Was-Zepter und Anch-Zeichen, © Jeff Dahl