Jivamukti: Gewaltlosigkeit Fokus des Monats

Die Jivamukti-Szene legt den Fokus des Monats November auf ahimsa (Gewaltlosigkeit) und vegane Ernährung. Der zentrale Gedanke in den Ausführungen von Sharon Gannon: Wenn wir aufhören, andere zu verletzen, hören wir auch auf, uns selbst zu verletzen.

Nach den Sutren des Philosophen Patanjali gehören zehn Lebensregeln zum Yogaweg: Fünf davon bilden Prinzipien, an denen der Yogi seinen Charakter ausrichtet, an den anderen fünf Prinzipien orientiert er sein Verhalten der Umwelt gegenüber. Die ersten fünf heißen niyamas, die zweiten fünf yamas. Auf dem ersten yama, der Gewaltlosigkeit (auf Sanskrit: ahimsa), baut Jivamukti-Gründerin Sharon Gannon ihren Aufruf auf, kein Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte zu essen.

Mitgefühl sei hier die entscheidende Tugend, um ahimsa zu entwickeln. Yoga kultiviert ahimsa. Die daraus entstehende Sensibilität bringe den Menschen zu der Einsicht, dass hinter den vielen, so unterschiedlich wirkenden Lebensformen die gleiche Essenz stecke: Jedes Wesen strebe nach Glück.

Wer nach Glück strebt und sich dafür von Leiden befreien will, verstrickt sich in Widersprüche, so lange er anderen Wesen noch Leid zufügt, so die Argumentation von Sharon Gannon. Denn wie kann jemand eine Welt herbeisehnen, in der er frei und glücklich werden kann, solange er selbst Freiheit und Glück verhindert und zerstört? „Wir können nicht etwas fordern, das wir selbst zu verkörpern uns weigern.“

Das ist das Grundprinzip der Karma-Lehre. Vegane Ernährung ist mehr als gesund, denn sie beschert uns ein gutes Karma. Sie bereitet uns einen Lebensweg, auf dem uns Glück zuteil und Unglück erspart wird. Darüber hinaus reinige pflanzliche Ernährung auch den Körper, mache ihn „leicht und leer“ und somit zu einem „Vehikel“, das Frieden bringen kann.  

Foto: © Guzman