Jivamukti: Standvermögen ist Fokus des Monats

Nicht nur buchstäblich, sondern auch im übertragenen Sinne mit beiden Beinen fest auf der Erde zu stehen, übt man am besten mit Vor- und Rückbeugen, Drehungen, Umkehrhaltungen und Balancen im Stehen. Das bildet den Fokus der Jivamukti-Klassen im Juni.

Sharon Gannon, der Co-Begründerin von Jivamukti Yoga thematisiert die Asanagruppe der Stehenden Haltungen und benennt dabei viele Ausrichtungsdetails sowie ihre energetischen und spirituellen Wirkungen.

Durch das Meistern der Grundstandhaltung – der Berghaltung (Tadasana) – würden wir das Fundament für alle weiteren stehenden Asanas legen: Mit den Füßen fest im Boden verwurzelt, dem Niederpressen der vier inneren und äußeren Punkte der Sohlen und dem Anheben der drei Fußbögen, aktivieren wir Mula Bandha (den energetischen Wurzelverschluss) und können Energie lenken. Auch die  korrekte Ausrichtung von Armen und Beinen – durch innere und äußere Rotationen, subtile Spiralbewegungen – führe zu mehr Stabilität und mache uns durchlässiger für Energiebewegungen.

Wie wir in Tadasana stehen, spiegele wider, wie wir unseren Platz in der Welt einnehmen: stabil, im Gleichgewicht und mit einer guten Verbindung zur Erde und allen Lebewesen. Und wenn wir Tadasana in allen anderen Standhaltungen entdecken, könne es gelingen, wieder in Verbindung zur Erde zu treten und so letztendlich den Zugang zum Göttlichen in uns zu finden.

Petra Schönenberg

Artikelfoto: Sharon Gannon unterstützt Yogini in Virabhadrasana I. ©Philipp Böglie