Asana des Monats: Tittibhasana und rechte Anstrengung

Viele meiden sie gern: die Anstrengung. Dabei ist sie ein wesentlicher Teil des Lebens. Sie ist der Schlüssel zu Erfolgserlebnissen und liegt auf dem Weg zur Entspannung. Wie wir sie erleben, hängt stark von unserer inneren Haltung ab. Und die lässt sich in der Yogapraxis an fordernden Asanas wie Tittibhasana gut üben, wie Yogalehrer Detlev Alexander erläutert.

Um beim Radfahren unser Fahrrad zu beschleunigen, ist eine Kraftanwendung notwendig. Dabei ist gerade der erste Tritt in das Pedal des Rades am anstrengendsten. Nach kurzer Zeit, wenn das Rad an Beschleunigung gewonnen hat, ist zwar nach wie vor Anstrengung notwendig, doch der Antrieb ist deutlich müheloser.

Auch im Yoga benötigen wir eine angemessene Anstrengung, ein beharrliches Üben (Abhyasa), um in unserer Praxis Fortschritte machen zu können. Ohne diese gewisse Anstrengung schaffen wir es nicht einmal auf unsere Yogamatte. Damit Fortschritte und eine gewisse Veränderung sich in unserer Yogapraxis entfalten können, müssen wir pro-aktiv sein.

Doch oft ist unsere Anstrengung mit einem anhaltendem Stressverhalten, des Wollens, der Aversion sowie des Festhaltens verbunden. Dies wäre eine Definition von „unrechter Anstrengung“. Unter rechter Anstrengung können wir das Loslassen von Unnötigem in jedem Sinne verstehen; es entsteht eine zur Mühelosigkeit gewordene Mühe; eine anstrengungslose Anstrengung. Ein Indiz für die rechte Anstrengung ist die Freude in unserer Praxis.

Die Asana des Monats ist Tittibhasana. Der Name stammt von Tittibha; einem Insekt, das der Feuerfliege ähnlich ist), ein Asana, bei der wir vielleicht nicht spontan an Freude denken. Doch Tittibhasana gibt uns eine perfekte Plattform, um eine klare, sensible sowie kraftvolle Herangehensweise an unser Leben zu üben.

Viel Glück für 2011!

 

Detlev Alexander