Asana des Monats: Pashchimottanasana und Gewaltlosigkeit

Manch einer ist vielleicht überrascht zu hören, dass der klassische Yoga nicht mit der Praxis sondern mit ethischen Verhaltensrichtlinien beginnt. Sie sind das Fundament im Yoga. Dabei geht es nicht um „richtiges“ oder „falsches“ Verhalten, sondern darum dass ein bestimmtes Verhalten bestimmte Konsequenzen nach sich zieht. In der sitzenden Vorbeuge Pashimottanasana können wir uns damit auseinandersetzen.

Die ethischen Richtlinien heißen in Patanjalis Yogasutren „Yamas“. Der erste Yama ist Ahimsa, das „gewaltlos“ oder „nicht verletzen“ bedeutet. Dies zu praktizieren, setzt den klaren Entschluss voraus, sein Verhalten sich selbst und anderen gegenüber ständig zu beobachten. Ahimsa bedeutet das Praktizieren von Maitri, heißt: sich und der Umwelt liebevoll, liebenswürdig und freundlich zu begegnen. Ahimsa beschäftigt sich nicht nur mit der Nicht-Anwendung von physischer Gewalt, sondern auch mit der Gewalt der Worte und unserer Gedanken. Was wir über uns und andere denken, hat eine kraftvolle Wirkung und kann ebenso verletzend sein wie direkte physische Gewalt. Du kannst Ahimsa zum Beispiel üben, wenn jemand direkt neben dir raucht oder laut flucht. Negative und ablehnende Gedanken können für das Innere genauso schädlich sein.  


Yogareise in das Traumland Kenia
vom 06.-14. und 13.-21. November 2010

Mit Sabine Broghammer. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Yoga! Die erfahrene Ayurvedatherapeutin arbeitet bereits seit 15 Jahren als professionelle Yogalehrerin. Täglich
3 bis 4 Stunden Yoga, Pranayama und Meditation im Severin Safari Camp und verschiedene Ausflüge und Aktivitäten im Tsavo West Nationalpark. Frühbucherrabatt bei Buchung bis zum 15. August 2010. Zum Angebot


Anzeige

Ahimsa sollte auch deine innere Haltung bestimmen, mit der du Asanas wie beispielsweise Pashchimottanasana, die sitzende Vorbeuge, übst. Die wirkt beruhigend auf das Nervensystem und wird vielfach gegen Ende der Yogapraxis ausgeführt. Diese Übung dehnt die gesamte Rückseite des Körpers, im Yoga „der Westen“ genannt. Die Rückseite des Körpers bezieht sich auf die Fußsohlen, die Rückseiten der Beine, die Rückseite des Oberkörpers, den Nacken sowie den Kopf bis zwischen die Augenbrauen.

In dieser Stellung können wir beobachten, ob wir die Tendenz haben, irgendwie besser – vielleicht flexibler – sein zu wollen. Ziehen wir an unseren Füssen, um tiefer in die Stellung zu gelangen? Geben wir Platz und Raum für die Organe auf, nur um so tief wie möglich in der Asana zu sein?

Wir haben die Chance, da anzukommen, wo wir gerade sind. Wir können lernen, uns so zu akzeptieren, wie wir sind. Dies ist das Üben von Ahimsa. Unterscheide in Pashchimottanasana zwischen Überanstrengung, Empfindung, Festhalten und Öffnen. Beobachte, warte und atme.

Viel Glück!

 

Detlev Alexander

Zum Thema

Praxis-Anleitung (Yogawiki): Pashimottanasana

Rubrik: Asana des Monats

Weitere Praxis-Artikel