Asana des Monats: Intention und Sprünge
Der Sprung ist streng genommen kein Asana, sondern der Weg von einem Asana in das nächste – für die Yogapraxis wie für das Leben ist dieses bewusste Dazwischen aber mindestens ebenso wichtig. Yogalehrer Detlev Alexander erklärt den Sprung zum Asana des Jahresanfangs 2012 und beschreibt die Kräfte, die ihn führen sollten.
Jeder Aktion geht eine Intension, eine Absicht oder Motivation voraus. Alles beginnt im Geist, alles beginnt mit unserem Denken. Doch nicht immer sind wir uns der Ausrichtung des Geistes bewusst. Sakyong Mipham Rinpoche, ein buddhistischer Meditationsmeister, sagt, dass Motivationen und Absichten ein Schlüsselwerkzeug sind, um unseren Geist zu lenken und auszurichten.
Die Absicht – unsere Einstellung, innere Haltung oder Gesinnung – in der wir ruhen, beeinflusst die Interpretation der Situation, in der wir uns befinden. Selbst in schwierigen Situationen erinnern wir uns an unsere Absicht wie Freundlichkeit, Klarheit, Mitgefühl. Dies eröffnet uns einen zusätzlichen emotionalen Raum; wir entdecken, dass wir ein größeres Interpretations-Angebot im Leben besitzen.
Absichten sind sehr persönlich und individuell. Sie können und dürfen sich ständig wandeln and erneuern. Ein weiteres Wort für Absicht ist Herzenswunsch. Zum Beispiel: Was ist mir im Moment wirklich wichtig, und wie kann dies Anderen zugute kommen? Von diesem Standpunkt aus setzen wir unsere Intention und richten sie mit unseren Handlungen aus.
In diesem Monat verbinden wir das Thema Intention mit Sprüngen. Beispielsweise können den Sonnengruß mit Sprüngen zu verbinden üben. Aus der Vorbeuge springen wir in den nach unten gerichteten Hund beziehungsweise in das Chaturanga (tiefe Liegestütze) und vom nach unten gerichteten Hund wieder in die Vorbeuge. Um die Dynamik des Sprungs zu erfahren, wird im modernen Yoga auch der Sprung im Ausfallschritt immer beliebter: Der vordere Fuss schwingt nach hinten, während der hintere nach vorne geht (siehe Stick Figure) – eine Übung, die sich besonders für Anfänger eignet. Für alle Sprünge aber gilt, dass wir dabei so leicht wie eine Feder fliegen, zumindest ist dies unsere Absicht.
Viel Glück für 2012!
Zum Thema
Achtung: Der Sprung setzt eine gut entwickelte und durch Vorübungen aufgewärmte Muskulatur in Armen, Beinen, Schultern und Rumpf voraus. Zudem sollte der oder die Übende eine trainierte Bauchmuskulatur besitzen, die den Rumpf während des Sprungs stützt und so Verletzungen im unteren Rücken vorbeugt. Der Sprung muss kontrolliert und möglichst geräuschlos ausgeführt werden. Gelingt das nicht, ist das ein Hinweis dafür, dass die nötige Muskulatur und Flexibilität in den Schultern und Hüften noch nicht ausreichend entwickelt wurde. Anfängern empfehlen wir, deshalb sich geduldig und unter kompetenter Anleitungen eines erfahrenen Lehrers an die Übung heranzutasten. Und: Kein sportlicher Wettbewerb mit dem Mattennachbarn!
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