Patanjali

Patanjali

Patanjali lebte zwischen 150 vor und 200 nach Christi Geburt. Der mythische Verfasser des Yogasutra wird in Indien als Gelehrter der Medizin (Ayurveda), Grammatik und Yoga-Philosophie verehrt. Allerdings lässt sich fast nichts über ihn als historische Person wissenschaftlich belegen.

Yoga

Yoga, aus der Sanskritwurzel yuj, bedeutete ursprünglich Joch, wird aber auch mit Anschirren, Gespann oder Fahrt übersetzt. Die ersten Yogis übernahmen das Wort aus der Bauernsprache als Metapher für einen besonderen Bewusstseinszustand. Seit dem 6. Jahrhundert steht es auch für ein Übungssystem, das diesen Zustand technisch herbeiführt.

Yoga-Geschichte: Klassisch-philosophischer Yoga

In den sechs philosophischen Systemes (Darshanas) des Hinduismus stellt Yoga eine angewandte Philosophie dar, die im Wesentlichen auf dem Yogasutra von Patanjali fußt.

Yoga-Philosophie

Mit Yoga-Philosophie im weiteren Sinne meint man den umfangreichen, in sich teils widersprüchlichen geistigen Überbau zur Yoga-Praxis, der sich je nach Traditionsverständnis religiös, philosophisch-wissenschaftlich oder körperorientiert-anatomisch darstellt. Im engeren Sinne beschreibt sie die geistigen Voraussetzungen für den Zustand des Yoga.

Kurma Nadi

Kurma Nadi, sanskrit heißt bei Patanjali ein Punkt auf dem Brustbeins auf halber Strecke zwischen Halsgrube und Solarplexus. Er gehört zu den Punkten, die der Yogagelehrte in seinem Yogasutra Meditierenden als möglichen Fokus empfiehlt und steht für Stabilität.

Samkhya

Samkhya, sanskrit für „Zahl“, gilt als das älteste der sechs philosophischen Systeme (Darshans) des Hinduismus. Als Begründer gilt der Gelehrte Kabila, die ältesten Textzeugnisse sind das Katha- und der Svetasvatara-Upanisad aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert. Samkhya bildet die theoretische Grundlage des klassischen Yoga von Patanjali.

Bhagavad Gita: Wie bewältigt man dieses Werk?

Wer hat diese Bemerkung nicht auch schon mal gehört: Patanjalis Yogasutra sei ja ganz nett, aber die Gita – eine ganz andere Dimension! Dazu dieses gewisse Lächeln. Ob das stimmt, sollte man unbedingt für sich überprüfen. Allerdings geht nicht wenigen bei der Lektüre des religionsphilosophischen Lehrgedichts die Luft aus. Wir verraten, wie man sich den alten Stoff erschließt.

Vor der Kamera: R. Sriram über Yoga, Selbst und Ego

R. Sriram entstammt einer indischen Brahmanenfamilie und lebt seit den Achzigerjahren in Deutschland. Hierzulande gehört er zu den erfahrensten Yogalehrern und ohne Zweifel besten Kennern der Yogaphilsophie. Bei seinem letzten Besuch der Berliner Yogaszene provozierte er bei einem Vortrag mit der These, Psychotherapie und Yoga mache das Ego nicht weicher, sondern größer. Wir sprachen mit ihm danach über Yoga in Indien und Deutschland. Dabei erklärte er uns, dass der Mensch zwei Selbste hat – beide seien wichtig.

Yoga Journal 04 2011: Macht Yoga glücklich?

Über Glück liest man viel in letzter Zeit, das Thema ist in Büchern und Medien sehr präsent. Genau genommen aber ist es seit mindestens 2300 Jahren ein Dauerbrenner, als die ersten Philosophen darüber schrieben – steht im Yoga Journal. Die neue Ausgabe hat das komplizierte und doch einfache Thema im Fokus. Wir haben nach den Perlen in den Beiträgen und Interviews gefischt.

„Dein Leben ist das Produkt deiner Gedanken“

Das ist der wohl berühmteste Satz des „Philosophenkaisers“ Marc Aurel. Man liest seine Zitate in Yogabüchern ebenso oft wie auf Internetseiten, auf denen es um Positive Thinking geht – Grund genug, das Reclambändchen „Selbstbetrachtungen“ einmal zur Hand zu nehmen. Vieles klingt für Yogis bemerkenswert vertraut. Hier ein Porträt und die wichtigsten Äußerungen des alten Römers.